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Mainzer Kunststudenten stellen ihren eigenen
Ausstellungsraum vor. In der Walpodenstraße
19 präsentieren
die Studenten der Akademie für Bildende
Kunst ihre erste Ausstellung mit 14 originellen
Positionen. Die Paletten, auf denen bunte Gabelstapler
gemalt sind, haben fast schon symbolischen Charakter.
Denn hier wurde tatsächlich etwas gestemmt:
Ein neuer Ausstellungsraum für die Mainzer
Kunststudenten. "Wir wollen
zeigen, dass wir nicht nur fordern, sondern auch selbst eine eigene Galerie
auf die Beine stellen können," so Markus Sandhoff, Student an der
Akademie für Bildende Künste. Von ihm stammen die Arbeiten mit den
Gabelstaplern. Sie hängen dort, wo gestern Abend passend zum Semesterstart
der Startschuss fiel - in der Walpodenstraße 19. Den 180 Quadratmeter
große Raum, ein über
den Hinterhof erreichbares Kellergewölbe,
hat man noch als Ausstellungsraum der Galerie
Walpodenstraße in Erinnerung. Die Studenten
haben ihn selbst renoviert, finanziell und ideell
unterstützt vom Studentenwerk und dem Dekan.
Das gut gestaltete Ergebnis soll in Zukunft Studenten
aller Semester für Ausstellungen zur Verfügung
stehen. Entstanden ist die Idee dazu im vergangenen
Jahr vor dem Hintergrund der Umbauarbeiten an
der Akademie, der Zusammenlegung mit dem Fachbereich
Musik und der Schließung der Städtischen
Galerie im Brückenturm, wo auch jährliche
Studentenausstellungen zu sehen waren. Der neue
Ausstellungsraum hat durch zwei Pfeiler, die
Gewölbedecke und Seitenkammern ganz
individuelle Züge. Die 14 Studenten aus
allen Semestern, die nun hier ausstellen, haben
einfallsreich auf diese Bedingungen reagiert.
Eva Fauths Trockenschwimmer ziehen per Videoprojektion
in dem kleinen Seitenverlies mit seinem durch
Glasbausteine abgetrennten Becken ihre Kreise;
Michael Pohl entwickelt zwischen den beiden Pfeilern
mit Baumaterialien eine fast körperlich
zu spürende Spannung; Leo Wörners Dias
von Containern mit Schriftzügen aus dem
Industriedesign passen gut in eine Seitennische,
und den Alptraum für Klaustrophobiker schafft
Sabine Kintzel mit einem gepolsterten Gang hinter
einer Wand.Mit den Kunsthaarbürsten der
amerikanischen Gaststudentin Cameron Kelly, der
minimalistischen Installation von Martin Bauman,
den Streichholz-Reiseberichten von Johanna Werner
und den gelungenen malerischen und zeichnerischen
Beiträgen von Matthias
Kunz oder Sebastian Meschenmoser präsentiert
die viel versprechende Schau eine Vielfalt an
Ausdrucksformen. Bis 9. Mai; Mo.-Fr. 18-21 Uhr,
Sa. 15-21 Uhr, So. 11-17 Uhr. (C) Allgemeine
Zeitung Mainz |