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A.W.
Kunst aus Kuba bietet sich dem Auge des Betrachters
im Ausstellungsraum der Fachschaft Bildende Kunst
der Universität Mainz in der Walpodenstraße
19. Der Künstler trägt den exotisch
klingenden Namen Juan Carlos Rivero Cintra. Er
klingt schön, lässt man das R langsam
über die Zunge rollen. Und schön sind
auch die Bilder des 1972 in Kuba geborenen Malers
und Grafikers. Erdfarben bilden den Hintergrund
für seine Bilder, auf denen sich das immer
gleiche Sujet zu immer neuen Formationen verwandelt.
Es sind Geschichten, die der Kubaner erzählt.
Kurzgeschichten, Abrisse einer Realität,
die uns dennoch surreal erscheint. Spielerisch
geht er mit ihr um, sinnenfroh und leicht ist
die Interaktion der Vögel mit dem Mann im
Bild, der den immer gleichen Hut trägt, dessen
Gesicht austauschbar ist. Ein Mann, eine Taube,
el Palomar, viele Tauben. El Beso, der Kuss der
Taube, deren langer Schnabel die Wange des Mannes
noch nicht berührt hat. Wie wird er ihn spüren?
Als sinnliches Erlebnis oder als eine Verletzung?
Alles ist möglich, weil alles in Bewegung
ist, wie das Wasser, das einfach fließt.
Ein Boot, ein Einbaum gleitet auf grünem
Wasser dahin, überlässt sich dem Fluss
der Dinge. Cintra scheint fasziniert von der Bewegung,
bannt sie mit Acryl auf Leinwände, fordert
den Betrachter auf, ihr zu folgen, mit den Augen,
der Seele. Seine Vögel stehen symbolhaft
für die Ideen, Wünsche und Triebkräfte
menschlichen Seins. Cintra ist ständig auf
der Reise in Sachen kulturelle Kommunikation,
seine Ausstellungen führen ihn von Lateinamerika
über die USA nach Frankreich, in die Schweiz.
Er macht Zwischenstation in Mainz. Ein philosophischer
Maler, der lebt, was er in seinem Werk abbildet.
Bis 18. Juli; geöffnet Mo - Fr 18 bis 21,
Sa/So 11 bis 16 Uhr. (C) Allgemeine
Zeitung Mainz
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