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"von mir aus...", Kunstausstllung mit Katrin Graulich, Malerei; Silke Hermann, Mischtechnik; und Ines Dunemann und Clara Wicke, Performance; 25.3.2006 bis 10.4.2006

"Bilder von Silke Hermann und Katrin Graulich im Kunstverein Walpodenstraße" - Allgemeine Zeitung Mainz / Main Rheiner, 28.3.2006

Dass Kunst lebt, weiß man ja. Manchmal muss sie aber auch ziemlich hart an sich arbeiten. Zumindest dann, wenn die Performerinnen Ines Dunemann und Clara Wicke wanderdünenhaft in ein Laken eingenäht sind, das die Konturen der Körper wie beseelte Sarkophage zum Leben erweckt, bis sie sich in einer Vitalitätswoge ineinander verkeilen und so zwei lange Stunden auf dem Boden der Gewölbegalerie des Kunstvereins Walpodenstraße als menschliches Strandgut verharren. Das so im Faltenwurf erstarrte Packeisbündel korrespondiert mit den großformatigen Mischtechnik-Kompositionen Silke Hermanns, die aus einem nachtschwarzen Hintergrund mit weißen Buntstift-Fäden Selbstporträts zu geheimnisvoll suggestiven Seelenlandschaften illuminiert. Das Ich als Medusenhaupt, aus dem Tentakel, Tracheen, Luftröhren lodern. Eher witzig verrätselt und mit Pop-Art-Gestus das Großbild „Meine Katzen sollen unsere Millionen erben", in dessen Zentrum der Schauspieler Jude Law sonnenblond charmiert, während ein Kind im Schatten Joghurt löffelt. Wie aus weißer Steinwolle gesplittert ein Triptychon, durch dessen Schwärze Leopardenköpfe und Planeten wandern, während Frauenbilder die Symbolebenen wie Röntgenfotografien durchleuchten. Kompositorische Strenge und skizzenhafte Leichtigkeit wohnen in Katrin Graulichs Malerei. Es sind botanische, biologische Studien, wie sie auch die Enzyklopädisten und Naturforscher des 18. Jahrhunderts mit großer Detailgenauigkeit angefertigt haben könnten. Die Pfauenköpfe, Vögel, Gliedmaßen, Reptilien ruhen in dezenter Farbigkeit auf der Fläche, in einem fragilen Behauptungswillen gegen das Verschwinden in der Zeit. Am Ende bleibt nur noch die leere Hülle - ein lehmfarbener Miederpanzer mit bauschenden Rockschößen wie ein versteinerter Torso, aus dem der Körper gefahren ist. Autor: Michael Jacobs (C) Allgemeine Zeitung Mainz / Main Rheiner

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