| Blechernes
Stampfen, Schieben, rhythmisches Rumpeln - der
Ausstellungsbesucher von "Overseas - Underground"
(Galerie W19, Walpodenstraße 19) tut gut
daran, wachsam zu sein, auf dass ihn Gaby Peters
marschierende, Motor bestückte Wäschespinnen
nicht in räumliche Bedrängnis bringen.
Gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Eva Fauth präsentiert
die Studentin der Akademie für Bildende Künste
ein Ergebnis ihrer künstlerischen Arbeitsprozesse.
Das Bedeutsame an Peters Arbeiten ist das Zusammenspiel
von der Mensch gemachten, technischen Vorgabe
und dem immer wieder variierenden "Verhalten"
der wandernden Stative. Der etwas unebene, raue
Boden im Kellergewölbe der Walpodenstraße
19 ist ein idealer Untergrund für die Installationsgruppe
der jungen Künstlerin. Eine glatte "makellose"
Basis ist also nicht immer der beste Ausgangspunkt
für spannende Wanderungen: Wie der Wäschespinne
geht es dem Menschen im Allgemeinen, allen voran
den Künstlern. Eva Fauths Arbeit(en) erzählen
ebenfalls Geschichten vom Unterwegssein. Ihr Aufenthalt
in Chico, Kalifornien, hat fotografische Spuren
hinterlassen. Ein immer wiederkehrendes Motiv
ist hier ein papierenes Schiffchen, das eine unsichtbare
Hand vor die jeweiligen - zumeist - landschaftlichen
Motive hält. Das Meer, andere große
stille Wasseroberflächen oder horizontale
Linien im natürlichen Lebensumfeld bieten
Gelegenheiten für fellineske Inszenierungen.
Doch das ist alles vorbei. Das gab es nur während
der Vernissage zu sehen. Jetzt sind die Fotografien
in einen Pappkarton versandfertig einsortiert.
Die Adresse verrät, dass Fauth ihre Werkde
zurück an den Ort ihres Entstehens schicken
wird. Sie hat sich mit dem Übersee-Thema
in Kalifornien auseinandergesetzt, Momente dokumentiert.
Dadurch hat sich in ihrem Kopf ein Erleben breit
gemacht, das nur durch diese Arbeit möglich
war und Bestand hat. Das Tun selbst und sein Ergebnis
sind nun eher zweitrangig. Nun käme Neues,
macht Eva Fauth mit aufmerksamer Ruhe in den Augen
klar. Autorin: Carola Krug-Haselbach (C) Allgemeine
Zeitung Mainz
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